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Nachwuchs in der Arche

Es ist so weit! Wir dürfen endlich die lang ersehnten ersten Kinder in der Arche – unserem Familienkinderheim – begrüßen.

Alioscha 4 Jahre und Katya 6 Jahre dürfen seit heute, 05.11.2013, die Arche ihr zu Hause nennen. Sie freuen sich riesig und nennen ihre neuen Eltern schon seit dem ersten Kennenlernen Mama und Papa. Hier ein erstes Bild mit der neuen Familie.

hinten v.l.:  Mascha, Nastia, die Eltern Iwan+Ina, Alioscha, Wanja
vorne v.l.: Anja, Katya u. Wowa

Wir wünschen der ganzen Familie eine gute Eingewöhnungszeit, Schutz und Bewahrung und viel Liebe, Geduld und Weisheit Gottes.

von Michaela Wutz

 

3 Monate Ukraine

                      Zweieinhalb Monate Ukraine

Es war uns schon vor langer Zeit angekündigt worden, dass unsere Wohngemeinschaft (Lisa, Marica, Vaselina) die Wohnung in Mukatschevo wegen Besitzerwechsel verlassen müssen. Es gab in den letzten 4 Monaten viele Besichtigungen und keiner wollte die Wohnung haben, da sie keine Heizung, kein Warmwasser und kaltes Wasser auch nur stundenweise hat. Wir glaubten Gott wird uns damit helfen Zeit zugewinnen bis wir etwas anderes gefunden haben, aber das war gar nicht so einfach: Die drei Frauen stammen von Zigeunerfamilien ab, und sind  alle drei im Internat Domboky groß geworden.

Sowie die potentiellen Vermieter die Reizwörter Internat oder Zigeuner hörten, lehnten sie ab. Da half nicht einmal, dass wir Deutschen für die Mietzahlung garantieren würden. Eine Absage jagte die andere.

In der Zwischenzeit wurde in der Arche fleißig weiter gebaut. Der erste Stock wurde auf gemauert, der Dachstuhl aufgestellt und das Dach gedeckt.

 

Danach  war ich mit Freunden in Krementschuk (1300 km von Mukatschevo)  bei Freunden und habe das Reha-Center von Ivan Klotschan besucht. Ich wurde auch zweimal zum Angeln eingeladen es war phantastisch mit dem Boot auf dem Dnjeper zufahren –  ein Anglerparadies! Das Leben im Reha-Center war sehr schwer. Zu dieser Zeit war die Kartoffelernte und die Dreizehnjahres-feier stand an. Viele ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige kamen und gaben Zeugnis für die jetzigen Studenten (Abhängige) wie Gott ihnen ein neues Leben ohne Sucht schenkte und wie man dies erreichen kann. Wir hatten auch viele ehemalige Studenten zu Hause besucht. Ich war fasziniert wie Gott ihr Leben verändert hat.

Nach zehn Tage nahmen wir wieder Abschied von Freunden und fuhren zurück nach Mukatschevo. In Borispiel machten wir Halt, da uns ein Pastoren-Ehepaar zum Mittagessen eingeladen hatte. Am Straßenrand wurden zwei Decken ausgelegt, man nahm Platz, es wurde gebetet und ein köstliches Mittagsessen serviert – auf ukrainische Art natürlich (warmes Essen mit Vorspeise Haupt- Nachspeise Kaffee und Kuchen).

Nach ca. einer Stunde ging die Reise über Kiev – Rivne-Lemberg – Stry und Mukatschevo weiter nach Rakoschino. Dies haben wir um 4 Uhr früh erreicht.

Nach acht Tagen wurde es ernst um die WG sie konnte nur noch eine Woche in der Wohnung bleiben. Fünf Tage vor dem Umzug hat sich eine Tür aufgetan und uns wurde ein kleines landwirtschaftliches Anwesen angeboten. Für 60 € Miete im Monat, wird dieses Anwesen, ein  bisschen grösser als der Altbauteil der Arche nun vermietet.

In diesem Haus hatten immer wieder Leute gewohnt die nichts getan haben, weder geputzt noch gestrichen noch etwas repariert.  Es sah ziemlich runter gekommen aus. So blieb viel Arbeit für uns: Die Wände wurden gestrichen die Böden geschrubbt , Linoleum verlegt, Licht in Betrieb genommen, Steckdosen ausgewechselt, Möbel aufgestellt, in der Küche eingebaut,

Wasser installiert und eine Heizung ein gebaut. Im Wohngebäude  die alte Schwerkraft-Heizung umgebaut und in Betrieb genommen. So konnten wir dann termingerecht umziehen.

„Gott kommt nicht zu spät er hat unsere Not gesehen“

So wohnten wir eben auf einer Baustelle die jeden Tag mehr einer normalen Wohnung gleich wurde. Zwischendurch kämpften wir gegen die Mäuseplage die Überhand genommen hatte.  So konnten wir auch gleich 2 mit einer Falle fangen.

Nach dem die meiste Arbeit getan war fuhr ich noch für eine Tag nach Rumänien um dort bei einer Familie, dessen Mutter tödlich verunglückte,  zu klären.Dann setzte ich meine Reise weiter fort Richtung Deutschland nach Hause zu meiner wartenden Frau.

Wolfgang Janouschek

 

460 Päckchen für Gott

Ukraine RIDE 26. 12. 12 – 02.01.13

Nach langem Warten und großer Vorfreude war es endlich soweit. Die große Auslandsaktion stand vor der Tür. Doch bereits einen Tag vor der Abreise versuchten die ersten Krisen und Probleme uns den Weg zu versperren. Und mit der ersten Absage eines Mitfahrers, schwand unsere Vorfreude immer mehr. Als dann 8-9 Stunden vor der Abfahrt die zweite Absage wegen Krankheit kam, waren wir auf dem besten Wege zu verzweifeln. „Beten wie ein Weltmeister“ lautete nun unser Motto, aber einer der beiden wollte uns sein Auto zur Verfügung stellen. Nach dieser Absage versuchte die RIDE-Leiterin mit aller Vorsicht, die Eltern einer Mitreisenden anzufragen, uns eventuell ihren Bus zu leihen. Zu unserer großen Freude sagten sie zu und so war eines der vielen entstandenen Probleme gelöst. Mit dieser erfreulichen Nachricht kamen noch so einige im Laufe des Tages bei uns an. Die 2 Personen, die ursprünglich wegen Krankheit absagen mussten, konnten nun doch mitfahren. Somit erübrigte sich das mit dem Bus. Wir bombardierten Gott mit Danksagungen.

Als wir uns dann vor dem Aufbruch alle gemeinsam trafen, um noch einmal für die Reise zu beten, wurde ein Problem gelöst, das sich, wie wir natürlich nicht wussten, erst in der Ukraine bemerkbar gemacht hätte.  Da wir mal wieder ein wenig zu viel Gepäck dabei hatten, boten uns die oben genannten Eltern der Teilnehmerin, ihren Bus zur Volumenvergrößerung an, wie gesagt, ein Problem im Voraus gelöst. Da konnte nur Gott seine Hand im Spiel haben.

Und eeeeendlich, jetzt ging es los. Der Abschied kam und die Ukraine rief. Schon während der Fahrt hatten wir eine gute Gemeinschaft, Schlafen stand natürlich für uns Jugendliche an letzter Stelle. ;)

Zu unserer (SEHR) großen Überraschung kamen wir PROBLEMLOS über die Grenzen!! Obwohl uns vorausgesagt wurde, dass sie an der Grenze zwischen Ungarn und Ukraine genauer denn je kontrollierten.

Mit der Zeit wurde es auch bei uns Jugendlichen ruhig und wir versuchten wenigstens ein bisschen zu schlafen.

Angekommen. Die ersten Eindrücke bahnten sich einen Weg in unsere Köpfe. So viel streunende Hunde… So viel Müll liegt überall rum! So viele Menschen in zerlumpter Kleidung. Einige Anblicke raubten uns beinahe den Atem, denn trotz der Erzählungen, war es dennoch anders, als wir es erwartet hätten.

Im Gemeindezentrum errichteten wir unsere Schlaflager. Die Gemeindeleitung hatte sich großzügig bereit erklärt uns ein paar Räume zur Verfügung zu stellen.

Wir kamen schnell zur Sache, das erste Team ging einkaufen für die 60 Päckchen, die wir an die Omas verschenkten. Da wir die Dinge schon vorbestellt hatten, ging alles ganz schnell und wir konnten schon am nächsten Tag Freude bereiten. Was die Ukrainer stark ausmacht, ist ihre Gastfreundschaft. Und so wurden wir auch von den Ärmsten mit Kaffee und Tee, Plätzchen, Keksen und sonstigen gastfreundschaftlichen Großzügigkeiten bewirtet. Es war ein kleines Zeichen ihrer Dankbarkeit, da sie dennoch nicht viel anzubieten hatten, doch eine große Freude für uns und ein Geschenk direkt in unsere Herzen.

An diesem Abend besuchten wir die Pizzeria, die später zu unserer Lieblingspizzeria wurde.

Einen Tag später wurde unsere Fröhlichkeit durch eine einzige SMS erschüttert. die in Deutschland gepackten Päckchen hängen im Zoll, es war nichts zu machen. Wir waren ratlos, Beten war angesagt. Jetzt kann nur noch Gott helfen.

 

Wir waren uns alle einig. Der 3. Tag war der spektakulärste. Natürlich waren wir alle gespannt wie Gott  uns nun helfen würde. Schließlich konnten wir schlecht mit leeren Händen bei den Zigeunerkindern antanzen.

Zwar kamen die Päckchen nicht- dafür aber Spenden. Die wir dringend brauchten, denn nachdem Michaela, Wolfang und Stas, ein Übersetzer und Freund, alles versucht haben um die Päckchen aus dem Zoll zu bekommen,  beschlossen sie, dass wir die 400 Päckchen eben neu packen. In der Ukraine eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, doch „Gott ist größer als der in der Welt“ . Dieser Bibelspruch begleitete uns auf der ganzen Reise und bewahrheitete sich in vielen Situationen. Gesagt, getan. Nun ging´s ans Eingemachte. Improvisieren war angesagt! Die erste Überraschung kam. Wir konnten tatsächlich 400 Kartons in einer Post bekommen!!

Dann sprudelte es nur an Sensationen. Ein Team, das aus allen Erwachsenen bestand, ging „einkaufen“. Sie räumten teilweise ganze Regale leer. Wenn man gesagt bekommt, 400 Spitzer, Mandarinen, Zahnbürsten, Schulhefte, Spielzeuge etc. zu kaufen, würde man sicherlich denken der oder die, ist verrückt. Die Kassiererinnen stießen wirklich an ihre Grenzen und wir würden echt gerne wissen, was sie sich dachten, als das Team mit 10 Einkaufswägen an ihren Kassen stand!

Währenddessen falteten wir  Jugendliche die Kartons und damit sie nicht  nur „Kartons“ blieben, verzierten wir sie großzügig und gaben unser Bestes.

Als das andere Team vollbeladen in der Gemeinde ankam, ging´s ans Packen. Hier und da gab es ein paar Problemchen, doch mit Kreativität konnten wir alle bekämpfen und um 01:30 Uhr waren alle 400 Päckchen gepackt.

Wenn man so darüber nachdenkt, ist es wirklich erstaunlich, was wir alles mit Gottes Hilfe leisten konnten. Durch diese „Notsituation“ hat unser König uns auf göttliche Weise derart zusammengeschweißt, dass wir aus dem Staunen nicht mehr  herauskamen.

-       ein unvergesslicher Tag.

Doch es ist noch nicht zu Ende, wir stellten fest, dass die Päckchen „zu wenig“ beinhalteten. Aber es war schon halb 2 nachts?? „Heute“ wollten wir die Päckchen bereits den Zigeunerkindern schenken??

Nächtlicher Einkauf

Kaum zu glauben, dass man um diese Uhrzeit offene Läden findet. Aber andere Länder, andere Sitten. Ohne zu zögern, marschierten 3 Erwachsene los um, einen kleinen 24-h-Laden zu plündern. Es fehlten nur noch Kleinigkeiten, während des Packens bemerkten wir, dass 50 Zahnbürsten fehlten. Nichts gegen die 400, doch viel für kleine Läden. Noch dazu wollten wir die Päckchen ja noch mit anderen Dingen füllen, deswegen kauften die 3 noch 400 Packungen Chips, Gebäck und anderes. Kein Wunder, dass die Verkäufer sie für verrückt erklärten. Vollbepackt mit riesigen Tüten, teilweise auf dem Kopf oder 5 an einer Hand – eine Tüte pro Finger, marschierten sie durch die Straßen. Sie hatten trotzdem einen riesigten Spaß dabei und die Ukrainer verdrehten sich ihre Köpfe. 3 Deutsche um 5 Uhr morgens, kaum zu sehen unter dem Eingekauften, schlenderten vergnügt durch ukrainische Straßen, mitten durch die Innenstadt.

An Schlaf war nicht mehr zu denken, aber das war nicht so schlimm, fanden sie. Um 7 Uhr Autos verladen, dann Frühstück und ein bisschen Outfit restaurieren…

Domboki

Um 10 Uhr fuhren wir dann, aufgeteilt in 2 Teams, in verschiedene Zigeunerdörfer. Hier kam das kleine Wunder am stärksten zur Deutung. Hätte die Familie uns nicht ihren Bus geliehen… wie, um Gottes willen hätten wir über 200 Päckchen in 2 kleinen PKWs unterbringen sollen??!   Gott faszinierte uns immer wieder.

Barkasovo

Einer unserer Jugendlichen beschrieb ein solches Zigeunerdorf so: Man muss es sich vorstellen wie eine Sandgrube. Dann kommt Regen und schließlich tritt der Winter ein. Das bedeutet Dreck, Schlamm, unzählige Pfützen, an kalten Tagen gefroren. Sie wohnen in „Hütten“ die wir nicht mal als Stall für Schweine oder Hühner verwenden würden. Aus Lehm, und im Müll gefundenen Materialen sind diese „Häuser“ gebaut. Sie umfassen meist nicht einmal 15m2  und die Bewohner schlafen am Boden, auf einem Stofffetzen.  In diesen kleinen Behausungen lebt im

Charmonin

Durchschnitt eine 8-köpfige Familie. Als wir dann einen kleinen Jungen BARFUSS  in der Kälte stehen sahen, stockte unser Atem. Aber so ist das nun mal. Die Zigeuner werden als „Abschaum der Gesellschaft“ bezeichnet. Sie werden vom eigenen Land verstoßen und die Kinder haben oftmals kein Recht auf Bildung. Sie sind zu „dreckig“, um eine Schule besuchen zu dürfen, wird ihnen vorgeworfen. Der Grund für den Dreck sind eigentlich die Straßen, der Staat fühlt sich für die sogenannten „Tabors“ , zu Deutsch „Lager“ nicht zuständig. Sie werden sie nicht reparieren lassen. Sobilden sich Schlaglöcher, darin sammelt sich Schmutz, Schlamm, Dreck, Wasser, eben die Auswirkungen der Natur, das Wetter hinterlässt seine Spuren. Die Zigeuner haben zu wenig Wasser um sich regelmäßig zu waschen, wie sollen sie dann „sauber“ bleiben??

Wir Deutsche können da nicht wirklich viel ausrichten, doch wir hinterlassen einen Eindruck in den Herzen der Zigeuner, denn sie wissen es ist doch noch jemand da, der sich um sie kümmert.  Die Freude in den Augen der Kinder, wenn sie das Geschenk in Empfang nehmen, ist unbeschreiblich. Es bewegt einen zutiefst, wenn man sieht, wie sich diese Menschen über einen Karton mit kleinen Geschenken, die man im alltäglichen Leben gebrauchen kann, freuen. Man kann so vieles erzählen, doch wie am Anfang schon gesagt, richtig begreifen kann man das alles erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat.

 

Und so kommen wir eigentlich schon zum Ende, denn die hauptsächlichen Dinge eines solchen Rides sind ja schon geschehen. Die letzten Tage der Reise waren für alle angenehm, wir konnten uns ein bisschen ausruhen, hatten Spaß und viel Zeit für Lobpreis, Gebet und Gemeinschaft.

Am 31. Dezember fand dann der Silvestergottesdienst statt. Von halb 11 bis Mitternacht. Wir durften vorne auf der Bühne unser Lied singen und erzählten ihnen noch einige Dinge über uns. Woher wir kommen und was wir schon alles in ihrem Land erlebt hatten. Kaum hörten wir die Raketen pfeifen, standen wir Jugendliche auch schon alle draußen, Blick in den Himmel gerichtet. Auch in der Ukraine wird geschossen, was das Zeug hält. Nach den Augenblicken der Freude über das neue Jahr, gingen wir wieder hinein und dann wurde ein wenig gefeiert. Wir hatten sehr viel Spaß doch trotzdem lagen am frühen Morgen doch alle ruhig in ihren Schlafsäcken und schliefen.

Der letzte Tag, die letzten Eindrücke, die letzten Fotos. Die Autos waren gepackt, die Leute verabschiedet. Doch vor der richtigen Abfahrt besuchten wir noch die 3 ehemaligen Bewohner der Arche. Die jungen Erwachsenen leben nun in ihrer eigenen WG.

Sie bekochten uns und wir genossen unsere letzten Stunden in diesem faszinierenden Land.

Nach ungefähr 3-4 Stunden stiegen wir alle in die Autos, und ab ging´s – back to Germany.

Trotz der vielen großartigen Situationen und wunderschönen erlebten Momenten, waren wir froh, als wir endlich wieder in unsere Heimat zurückkehrten.

Wie gesagt, man könnte so vieles erzählen, doch es ist immer anders, als man es sich vorgestellt hätte.


Strahlende Augen

Die Aktion „Strahlende Augen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des AVC, des DHHN und der Royal Rangers, deren Ziel es ist, armen Kindern in Osteuropa eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten. Mit Schuhkartons, die nach einer vorgegebenen Packliste gepackt und an bestimmten Sammelstationen in ganz Deutschland (so auch in unserer Gemeinde: Christus Centrum, Ruselstr. 82, 94469 Deggendorf) abgegeben werden können, werden die Ärmsten der Armen beschenkt, um somit grad den Kindern in Kinderheimen und armen Familien eine kleine Freude in dem sonst sehr trostlosen Alltag zu bringen.

Wir als Verein CHHD beteiligen uns auch auf ganz praktische Art und Weise an dieser Idee, indem wir nicht nur Geschenke packen und sammeln, sondern sie auch persönlich und gezielt vor Ort an bedürftige Kinder in den Armen- und Zigeunerdörfern zu verteilen.

Jeder ist eingeladen ein Päcken zu packen und es bis 15. November an einer der vielen Sammelstellen abzugeben, damit Kinder in armen Ländern auch ein Weihnachtsgeschenk erhalten können. Nähere Infos sind unter http://www.strahlende-augen.info zu finden.

Nun gehen die ersten Päckchen auf die Reise. In der Grundschule Grafling übergaben viele Kinder freudig ihre Geschenke an die örtliche Sammelstelle. Von dort geht es dann gemeinsam mit den Presenten der Royal Rangers Deggendorf, Stamm 3, weiter nach Nagold in den Zoll. Julian Kirschner übernimmt deutschlandweit diesen aufwendigen Dienst für uns. Ende Dezember dürfen wir die Päckchen dann in Uzhgorod /Ukraine abholen und an über 400 Kinder in extremer Not verteilen.

Wenn sie sich noch durche eine Geldspende an dieser Aktion der Nächstenliebe beteiligen wollen, können sie das unter angegebener Kontoverbindung gerne tun. Bitte verwenden sie das Stichwort “Strahlende Augen”

 

3-Sterne-Ride

Bericht über unsere Sponsorenfahrradtour in die Ukraine

Wohnt da jemand? Nein – das kann nicht sein! Vielleicht ein Stall? Oder? Aber- da ist ein Mädchen…   ich frage nach: in dieser Hütte wohnt eine ganze Familie mit mehreren kleinen Kindern!

Ich bin geschockt – wer möchte hier aufwachsen? Welche Chancen haben diese Kinder? Ohne Schule – ohne Eltern, die sich kümmern (Väter: mehrere, Mutter:  trinkt) ohne Halt????

Mir wird bewusst, welch Gnade es ist, dass ich hier in Deutschland in doch recht geordneten Verhältnissen aufwachsen durfte und das auch meinen eigenen Kindern bieten kann. Aber mir ist auch klar, dass diese Kinder absolut nichts an ihrem eigenen Schicksal rütteln können – sie brauchen Hilfe von außen.

Gott hat mein Herz berührt und mir war schnell klar, dass ich hier helfen möchte. Dann stellte sich die Frage WIE? Wenn die häusliche Situation nicht mehr tragbar ist, kommen auch in der Ukraine die betroffenen Kinder ins Kinderheim – Massenkinderheime. Die Umstände dort sind noch immer so schlecht, dass sie dort meist als beziehungsunfähige junge Leute entlassen werden. Schon nach kurzer Zeit landen die meisten Absolventen auf der Straße, in Gefängnissen, der Drogenszene oder der Prostitution. Ein erheblicher Anteil nimmt sich das Leben. „Das kann auch keine Lösung sein!“ Dann erfuhr ich von der ARCHE, einem Familienkinderheim. Das heißt dass eine Art Pflegefamilie bis zu 10 Kinder in ihre eigene Familie aufnehmen kann. Diese Idee hat mir gefallen. In familiären Strukturen ist Heilung möglich und es bleibt noch genug Zeit für persönliche Zuwendung. Doch die Sache hatte noch einen Haken. Häuser für so viele Personen stehen in der Ukraine nicht schon einfach fertig herum. So musste gebaut werden und damit alle Platz haben noch ein Altbau saniert werden. Der Neubau ist schon bezugsfertig und die Familie bereits eingezogen. Die Altbausanierung wollten wir mit unserer Aktion unterstützen.

 

Und das ging so:

Jeder machte sich auf den Weg, möglichst viele Sponsoren zu suchen, die einen Betrag  pro geradelten Kilometer oder einen Festbetrag versprachen. Am 27.08. ging’s dann in Deggendorf  los. 19 Radfahrer von 6 bis 65 Jahren gingen an den Start. Begleitet von zwei Versorgungsfahrzeugen legten wir durchschnittlich 120km pro Tag zurück. Übernachtet haben wir auf Campingplätzen. Bis Bratislava folgten wir sehr guten Fahrradwegen entlang der Donau. Dann ging es ab Sarud an der ungarischen Theiß weiter. Die Fahrradwege wurden seltener aber die Nebenstrecken waren wenig befahren und stellten daher auch keine große Gefahr dar. Die letzte Nacht verbrachten wir dann schon direkt vor der ukrainischen Grenze bei Lonya.

Auf der gesamten Reise durften wir Gottes Gnade immer wieder erleben. Er bewahrte uns vor ernst zu nehmenden Unfällen (es gab nur ein paar kleinere Schürfwunden) und Fahrradpannen (es waren nur 4 kleine Löcher zu behandeln und immer zu passenden Zeiten) er schenkte uns Sonnenschein, wenn Regen angesagt war, ließ das Regnen aufhören, wenn die Zelte zum Aufstellen waren, schenkte uns liebe Leute, die leckerstes Essen für uns kochten, weil wir schon müde waren, einen Platz am See, weil die Kinder endlich mal Zeit zum Baden wollten und ganz liebe Campingplatzbesitzer vor Lonya, die von der Aktion so begeistert waren, dass wir keinerlei Gebühren für Platz, Wasser und Strom zahlen mussten.

Am 9. Tag fuhren wir dann über die Grenze. Die öffentlichen Straßen wurden teils schlechter, wie die Radwege zuvor. Aber mit ukrainischem Begleitschutz  war das auch nicht weiter schlimm. Und die  Mountainbiker unter uns kamen so  auch endlich auf ihre Kosten. In manchen Dörfern liefen ganze Gruppen von Zigeunern an die Straße, um uns zu zujubeln. Und in Rakoschino, am Ziel, durften wir mit einer niedergelassenen Gemeinde einen gemeinsamen Dankgottesdienst feiern.

Suppenküche

 

Wir durften miterleben, wie in der Suppenküche im Zigeunerviertel das Essen verteilt wurde und besuchten noch eine Tagesstätte für behinderte Kinder. Auch dieses Projekt ist ein Geschenk Gottes. Kinder, die noch vor ein paar Jahren unbeachtet in Nebenzimmern oder gar Kellern hausen mussten, erleben dort Liebe und Wertschätzung, dürfen sich einbringen und werden gebraucht. Ich bin fasziniert und überwältigt, wie sich die Kinder in den vergangen 6 Jahren entwickelt haben.

Bei einer Pressekonferenz bekamen wir sogar die Gelegenheit in der Öffentlichkeit auf die problematische Situation der Kinder in den Massenkinderheimen hinzuweisen.

Nebenbei hatten wir eine echt super Gemeinschaft, jeden Tag intensivste Erlebnisse mit Gott und 11 Tage nur frische Luft. Ganz spektakulär war auch noch unsere Rückreise. Ein paar Maffiosis ließen nur die Autos an der Grenze vorwärts kommen, die auch dafür bezahlten. Es dauerte Stunden, bis wir durch waren. Dann erlebten wir, dass Gott gerade im rechten Moment einen jungen Zollbeamten hinzukommen ließ, der sich, scheinbar selbst Christ, dafür einsetzte, dass wir nicht, wie gefordert das gesamte Gepäck für 19 Leute samt Isomatten, Schlafsack und Rad auspacken mussten (das hätte mit Sicherheit 2-3 Stunden gedauert). Da Ungarn EU-Außengrenze ist, wird hier sehr genau kontrolliert und diese Gepäckkontrolle gehört zum Standard – Autos zerlegen zur Routine. Aber dank dem jungen Grenzer haben wir gar nichts ausgepackt und es wurde nichts zerlegt.

Ein Teil unserer Gruppe musste mit dem Zug zurück reisen. Unsere ukrainischen Freunde wollten diese Leute mit zwei Autos über die Grenze zum Bahnhof bringen. Das Problem war nur, dass auch sie nicht weiter kamen aber der Zug ja nicht warten kann. Zu Fuß über die Grenze wurde nicht gestattet – und der lange nächtliche Fußweg hätte wohl auch den 6-jährigen überfordert. Dann zeichnete sich eine andere Lösung ab: zwei wildfremde Ukrainer, die in der Abfertigungsschlange schon ganz vorne waren, erklärten sich bereit, die Gruppe mit über die Grenze zu nehmen und dann zum Bahnhof zu fahren. Diese, für beide Seiten echt riskante Aktion war also in diesem Ausnahmefall Gottes Plan, damit die Gruppe rechtzeitig zum Bahnhof kommt.

Ich weiß gar nicht, wofür ich Gott am Meisten danken soll – die intensiven Erlebnisse mit ihm, dass wir alle gemeinsam fast 15.000 unfallfreie km schafften – 8 Teilnehmer radelten die gesamte Strecke von 950km durch- dass wir durch die Aktion über 26.000€ für die Altbausanierung „erradelten“, für die super Gemeinschaft oder für SEINEN Schutz, Bewahrung und Gnade, die vielen Helfer,  Beter und Sponsoren und die vielen Situationen, in denen wir Zeugnis geben konnten. Auf der gesamten Strecke haben wir nur freundliche, hilfsbereite und wohlwollende Menschen erlebt. Das konnten nicht wir machen – das hat Gott für uns gemacht.

Liebst du auch so eine Mischung aus Abenteuer, Sport und Gutes tun? Dann hast du echt was verpasst. Der Spruch: „Geben ist seliger denn nehmen!“ ist uns sehr lebendig geworden und wir alle sind uns sicher, dass es die Wahrheit ist. Wir haben viel gegeben – auch körperlich – aber wir sind noch viel reicher beschenkt worden!!!

Wolfgang, Natalja, Sepp, Winfried, Michaela, Regina, Astrid, Hajo, Sam, Jarina, David S., Jakob J., Jakob W., Victoria, Abigail, Annika, Georgios, David W. und Johannes