3 Monate Ukraine

                      Zweieinhalb Monate Ukraine

Es war uns schon vor langer Zeit angekündigt worden, dass unsere Wohngemeinschaft (Lisa, Marica, Vaselina) die Wohnung in Mukatschevo wegen Besitzerwechsel verlassen müssen. Es gab in den letzten 4 Monaten viele Besichtigungen und keiner wollte die Wohnung haben, da sie keine Heizung, kein Warmwasser und kaltes Wasser auch nur stundenweise hat. Wir glaubten Gott wird uns damit helfen Zeit zugewinnen bis wir etwas anderes gefunden haben, aber das war gar nicht so einfach: Die drei Frauen stammen von Zigeunerfamilien ab, und sind  alle drei im Internat Domboky groß geworden.

Sowie die potentiellen Vermieter die Reizwörter Internat oder Zigeuner hörten, lehnten sie ab. Da half nicht einmal, dass wir Deutschen für die Mietzahlung garantieren würden. Eine Absage jagte die andere.

In der Zwischenzeit wurde in der Arche fleißig weiter gebaut. Der erste Stock wurde auf gemauert, der Dachstuhl aufgestellt und das Dach gedeckt.

 

Danach  war ich mit Freunden in Krementschuk (1300 km von Mukatschevo)  bei Freunden und habe das Reha-Center von Ivan Klotschan besucht. Ich wurde auch zweimal zum Angeln eingeladen es war phantastisch mit dem Boot auf dem Dnjeper zufahren –  ein Anglerparadies! Das Leben im Reha-Center war sehr schwer. Zu dieser Zeit war die Kartoffelernte und die Dreizehnjahres-feier stand an. Viele ehemalige Drogen- und Alkoholabhängige kamen und gaben Zeugnis für die jetzigen Studenten (Abhängige) wie Gott ihnen ein neues Leben ohne Sucht schenkte und wie man dies erreichen kann. Wir hatten auch viele ehemalige Studenten zu Hause besucht. Ich war fasziniert wie Gott ihr Leben verändert hat.

Nach zehn Tage nahmen wir wieder Abschied von Freunden und fuhren zurück nach Mukatschevo. In Borispiel machten wir Halt, da uns ein Pastoren-Ehepaar zum Mittagessen eingeladen hatte. Am Straßenrand wurden zwei Decken ausgelegt, man nahm Platz, es wurde gebetet und ein köstliches Mittagsessen serviert – auf ukrainische Art natürlich (warmes Essen mit Vorspeise Haupt- Nachspeise Kaffee und Kuchen).

Nach ca. einer Stunde ging die Reise über Kiev – Rivne-Lemberg – Stry und Mukatschevo weiter nach Rakoschino. Dies haben wir um 4 Uhr früh erreicht.

Nach acht Tagen wurde es ernst um die WG sie konnte nur noch eine Woche in der Wohnung bleiben. Fünf Tage vor dem Umzug hat sich eine Tür aufgetan und uns wurde ein kleines landwirtschaftliches Anwesen angeboten. Für 60 € Miete im Monat, wird dieses Anwesen, ein  bisschen grösser als der Altbauteil der Arche nun vermietet.

In diesem Haus hatten immer wieder Leute gewohnt die nichts getan haben, weder geputzt noch gestrichen noch etwas repariert.  Es sah ziemlich runter gekommen aus. So blieb viel Arbeit für uns: Die Wände wurden gestrichen die Böden geschrubbt , Linoleum verlegt, Licht in Betrieb genommen, Steckdosen ausgewechselt, Möbel aufgestellt, in der Küche eingebaut,

Wasser installiert und eine Heizung ein gebaut. Im Wohngebäude  die alte Schwerkraft-Heizung umgebaut und in Betrieb genommen. So konnten wir dann termingerecht umziehen.

„Gott kommt nicht zu spät er hat unsere Not gesehen“

So wohnten wir eben auf einer Baustelle die jeden Tag mehr einer normalen Wohnung gleich wurde. Zwischendurch kämpften wir gegen die Mäuseplage die Überhand genommen hatte.  So konnten wir auch gleich 2 mit einer Falle fangen.

Nach dem die meiste Arbeit getan war fuhr ich noch für eine Tag nach Rumänien um dort bei einer Familie, dessen Mutter tödlich verunglückte,  zu klären.Dann setzte ich meine Reise weiter fort Richtung Deutschland nach Hause zu meiner wartenden Frau.

Wolfgang Janouschek