Über uns

ihre Kinder richtig zu pflegen und bekommen Anleitung in Erziehungsfragen. Durch ein langes Heimleben oder Jahre auf der Straße haben die jungen Muttis in der Regel wenig Ahnung, wie man ein Kind großzieht. Da sie in ihrer Seele selbst noch Kinder sind und kaum erlebt haben, dass sich jemand um sie kümmert, haben sie anfangs keine Ahnung, was ihre Kinder brauchen. Besser wäre es natürlich, die Heimabsolventen schon vor einer Schwangerschaft zu unterstützen, um eine Eingliederung in den Staat zu ermöglichen. Dies leistet beispielsweise unser Projekt ROSE.

Auch in der Ukraine werden ehemalige Heimkinder „rehabilitiert“. Nach einer typischen Heimkarriere sind die Jugendlichen in keinem Lebensbereich selbständig und werden dennoch in die große Welt entlassen. Ohne lebenspraktische Grundlagen mit auf den Weg bekommen zu haben und dem Stempel „Heimkind“ auf der Stirn finden sie meist keine Wohnung und der Absturz ist schon vorprogrammiert.  Schon nach kurzer Zeit sind die einen drogenabhängig, die anderen in der Prostitution und ein hoher Anteil von ihnen begeht in dieser aussichtslosen Lage Selbstmord. In unserer WG wohnen drei junge Damen in der Verselbständigungsphase. Sie durften vieles nachlernen, bekommen nur noch ein wenig finanzielle Unterstützung und kommen im Wesentlichen mit den alltäglichen Dingen alleine zu Recht. Wenn es „brennt“ haben sie einen Ansprechpartner und werden ab und an auch mal kontrolliert.

Mittagessen in der Suppenküche

Lehmhütte im Zigeunerviertel

Die größte Armut findet man in beiden Ländern unter der Zigeunerbevölkerung. Lehmhütten, mit Dächern aus unterschiedlichsten Metallteilen – auch Autotüren habe ich darunter schon entdeckt, Plastikfolien als Fenster und Wolldecken statt Türen, obgleich es dort im Winter auch locker mal -10 Grad hat – sind typische Anblicke dieser “Lager“ (so nennen die Einheimischen die Zigeunerviertel). Eine tägliche warme Mahlzeit ist vor allem im Winter für die Kinder ein großer Gewinn. Diese bekommen sie z.B. von der Suppenküche in Mukatchevo.  Über 100 Kinder werden dort täglich versorgt. Nebenan im Waschhaus können sie Duschen, bekommen Kleiderspenden und können dort auch Wäsche waschen. Da die Ukrainer die Zigeunerkinder meist nicht zur Schule zulassen, wurde auch eine Schule gegründet. Inzwischen gibt es immer mehr Schüler, die dort lesen, schreiben und rechnen lernen. Sogar Englisch ist im Kommen.

Damit Kinder schon von klein auf in Liebe und Geborgenheit und nicht in großen Kinderheimen mit Schichtbetrieb und da schlecht bezahlt viel Personalwechsel, aufwachsen können, wurde das „Familienkinderheim Arche“ gebaut. Inzwischen ist auch eine christliche Elternfamilie eingezogen. Familie Klotchan hat 5 eigene Kinder (das erste ist bereits erwachsen) und durch die Arbeit in einer Drogenrehastation viel Erfahrung mit schwierigen Situationen. Wir warten gespannt auf die Zusage vom örtlichen Jugendamt, dass endlich das erste langersehnte Kind einziehen darf. Zug um Zug dürfen sie dann bis zu 10 Kinder aufnehmen.

Alle Jahre wieder fühlen sich gerade um die Weihnachtszeit viele Menschen alleine ihrem Schicksal überlassen, sei es ein tristes Leben im Heimalltag, im Zigeunerviertel oder die total verarmte und vereinsamte Oma, deren Kinder ins Ausland gezogen sind: Sie alle reagieren überglücklich auf ein Weihnachtspäckchen, als Zeichen der Liebe und dass Jesus selbst als größtes Geschenk für uns Menschen auf diese Welt gekommen ist. Eine geniale Gelegenheit, um Gottes frohe Botschaft weiter zu geben. In den letzten Jahren haben wir in der Ukraine steigende Zahlen von Päckchen verschenken dürfen! Dennoch reichen weder Zeit noch Mittel, um wirklich alle zu beschenken, die wir am Herzen hätten.

Um langfristige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist eine Familienpatenschaften oft  unerlässlich. Selbst wenn beide Eltern Vollzeit arbeiten, reicht das Diese rumänische Patenfamilie verlor vor einigen Wochen die Mutter (im Bild rechts). Sie hinterlies 5 Kinder.Familieneinkommen

manchmal nicht aus. Eine befristete Unterstützung hilft dann aus der Not wieder heraus zu kommen. So manchem konnte schon mit geringem Startkapital von wenigen Euros zu einem kleinen selbständigen Gewerbe (Verkauf von Zuckerwatte, Pralinen, Parfüm usw.) wieder dauerhaft zu ausreichendem Einkommen verholfen werden.

Diese rumänische Patenfamilie verlor vor einigen Wochen die Mutter (im Bild rechts). Sie hinterlies 5 Kinder.