Welche Folgen hat der Krieg?
- Verwundete Soldaten, denen Arme und oder Beine fehlen, die andere schwere Verletzungen davontrugen
- Vermisste Söhne, Töchter, Väter, Mütter, Verwandte und Freunde
- Angst – Panik – Schlaflosigkeit
- ständige Bedrohung durch möglichen neuen Beschuss
- ständige Bedrohung durch Drohnen, die einem kaum merkbar, vielleicht direkt vor der Türe auflauern, einen überall aufspüren, Tag und Nacht, sogar im Auto verfolgen können…
- Kinder, die nicht mehr sprechen, die sich wieder einnässen
- Mütter, die wie lebendig tot wirken, die irgendwie nicht mehr richtig am Leben teilnehmen, weit weg zu sein scheinen, in einer anderen Welt
- Soldaten, die zurückkehren und mit all ihren schrecklichen Bildern und Erlebnissen nicht fertig werden, aus ihrer Not zur Flasche greifen oder andere Betäubung suchen
- Komplett zerstörte Städte, sogar ganze Landstriche
ABER wir haben auch viele Überlebenskünstler gefunden:
- die den Flüchtlingen warme Mahlzeiten kochen
- die unermüdlich Hilfsgüter sortieren und verteilen
- die, die kranke Soldaten besuchen und helfen, wo immer es geht
- die Tarnnetze basteln
- die Drohnen bauen oder reparieren
- die andere kreative Dinge für die Nutzung an der Front basteln
- die ganze Versorgungslage für die Weitergabe an die Front aufbauen
- die mit Traumatherapie und Seelsorge stundenlang unterstützen….
- viele unermüdliche Ermutiger und Hoffnungsbringer
Hoffnung und tiefste Ausweglosigkeit standen ganz oft direkt nebeneinander. Eine Aufgabe zu haben in dieser dunklen Zeit, scheint ein wichtiger Schutzfaktor zu sein, ein Stück Selbstwirksamkeit zu vermitteln. Alle Veteranen, die wir getroffen haben, erzählten uns unabhängig voneinander, dass sie wieder an die Front zurück gehen würden, um für ihre Familien und ihr Land zu kämpfen. Mehrfach hörten wir auch, dass wir wirklich ALLES geben sollen, dass es in unserem Land keinen Krieg gibt, denn der Krieg zerstöre alles, auch dein Leben, selbst wenn du überlebst. „Die Bilder verfolgen dich im Schlaf“, habe ich auch wiederholt vernommen.
Viele Veteranen erzählten ihre Geschichten sehr offen und es hinterließ ein sehr bedrückendes Gefühl, dass diese Männer, die so tapfer für ihr Land gekämpft haben, nun ohne Beine und/ oder funktionstüchtige Arme vor uns lagen oder saßen. Manche waren so traumatisiert, dass sie sich nicht einmal verständigen konnten.
Der größte „Hammer“ war für mich, dass sie ihre Rollstühle – die durch die schweren Verletzungen größtenteils noch Sonderanfertigungen sein müssen – auch noch selbst zahlen müssen.
Sollten Sie, lieber Leser, das auch so stark berühren und Sie haben Kontakt zu Sanitätshäusern, die Rollstühle spenden könnten, informieren Sie mich bitte unter: michaela.wutz68@gmail.com. Jede Spende unter dem Stichwort: „Rollstuhl“, auf unser Vereinskonto wird für Veteranen-Rollstühle verwendet. Gesucht werden insbesondere Rollstühle mit E-Betrieb oder Einhandbetrieb.
