Wenn „Allezeit bereit“ eine neue Bedeutung bekommt
***Ride – Ranger im Diensteinsatz in Mukatschevo (Ukraine) – dort, wohin all die traumatisierten Menschen geflohen sind, die Angehörige und oft auch Haus und Hof, Hab und Gut verloren haben….

Da kurz zuvor auch unser Ziel Mukatschevo (ca. 50 Minuten von der ungarischen Grenze entfernt) von Russland angegriffen wurde, war uns klar, dass dies ein besonderer Einsatz wird. Auf der einen Seite wussten wir, dass die Menschen jetzt mehr Hilfe denn je benötigen und viele ja auch schon auf uns warten – auf der anderen Seite wollten wir weder uns selbst in Gefahr bringen, noch die Menschen, die sich wegen unserer Einsätze versammeln würden.
Deshalb haben wir unseren Ride so geplant, dass wir „allzeit bereit“ waren, schnell das Land zu verlassen oder in Schutzräume gehen zu können. Eine große Unterstützergruppe trug uns im Gebet und schon im Vorfeld wurde ein großer Spendenbetrag gesammelt.
Gott hat unsere Arbeit gesegnet: wir hatten erst beim Schlussgebet vor der Abreise Luftalarm (das kam sonst viel häufiger vor) und auch der Stromausfall war mehr über Nacht und kaum bemerkbar.
So konnten wir fast 1000 Bedürftige erreichen, mit Hausbesuchen bei Einzelpersonen, in einem Kinderheim, das aus dem Kriegsgebiet umgesiedelt wurde, 2 Familienkinderheimen und einem Flüchtlingsheim.
Auch einige Veranstaltungen waren möglich für Flüchtlingskinder, Kinder aus dem Obdachlosenheim, für bedürftige Omas und Witwen sowie ein Besuch im Romaviertel.

Immer wieder führten wir unser ermutigendes Theaterstück vom kleinen Stern auf, der etwas Besonderes sein wollte. So hörten die Zuhörer, wie sehr Gott sie liebt und dass sie in seinen Augen besonders, kostbar und wertvoll sind. Bewegungslieder, Zeugnisse und Gebetsaufrufe machten das Programm jeweils zu einem abwechslungsreichen Miteinander.
Schwer war es für uns zu sehen, dass die Not immer größer wird, die Soldaten sehr gebrochen und immer mehr Kinder traumatisiert sind, viele auch keinen Vater mehr haben. Dass die Kinder sehr leiden, konnte man ahnen – es zu sehen ist noch mal etwas anderes.
Shenja (17 jähriges Mädchen in einem Familienkinderheim) hat alles verloren: ihr zu Hause, ihre Eltern und zuletzt sogar ihre Großmutter durch Krebs. Sie lebt nun in einem unserer unterstützten Familienkinderheime. Der Schmerz ist ihr ins Gesicht geschrieben.

Alte bettlägrige Menschen liegen oft komplett alleine in ihrer Wohnung, warten bis 1 Mal am Tag jemand kommt, ihnen Essen reicht und die Windel wechselt… auch das ging sehr nahe. Wir planen mit unserem Hilfswerk einen mobilen Pflegedienst zu installieren, um dieser Not zu begegnen.
Tief berührt von den vielen Freudentränen, den vielen Küssen, und Dankeschön (auch auf Deutsch!) fuhren wir wieder nach Hause.
Alle geplanten Aktionen konnten wir durchführen – Gott hat für uns gesorgt, dass wir nicht durch Luftalarm oder Stromausfälle aufgehalten werden. Es war gar nicht notwendig „allzeit bereit“ für den Schutzraum oder die Abreise zu sein – aber unser Motto: „Allzeit bereit für Jesus“ konnten wir täglich leben.
In Gedanken werden wir vermutlich noch eine Weile in der Ukraine bleiben, bei unseren alten und neuen Freunden, all den Menschen, die sich so sehr Frieden wünschen…
(Michaela Wutz mit dem Ride-Team)