***RIDE in Mukatschewo, Ukraine

Ranger im Kriegsland?!

Für mich war der gesamte ***Ride ein einziges Highlight“, sagt die 17-jährige Laura.

Mut ist Angst, die gebetet hat“, war das Zitat, das mich durchgetragen hat, als mir Zweifel kamen, ob ich wirklich mitfahren soll, sagte Andi.

Wie jetzt? Wart ihr wirklich in der Ukraine? Ja! 13 Ranger hatten sich am 26.12.25 auf den Weg nach Mukatschewo, in den Westen der Ukraine, gemacht, um gemeinsam mit 3 „Hoffnungsbringern“ vom Verein CHHD also „Christliches Hilfswerk Hoffnungsbringer Deggendorf e.V.“ Bedürftigen in der Region Mukatschewo Hoffnung, Strahlende Augen Päckchen und Lebensmittelpakete zu bringen.

Ist das nicht gefährlich? Nun, es ist sicher gefährlicher, als zu Hause zu sitzen aber schon, wenn man sich auf die Straße begibt, setzt man sich den ersten Gefahren aus. Wir waren in der West-Ukraine, nicht an der Front, haben die Luftalarm-App und waren mit einer großen Gebetsarmee im Hintergrund versorgt. Für den Fall der Fälle gab es einen Plan und unsere Unterkunft ist sowieso schon alle Jahre ein Schutzraum.

Trotzdem – wie kommt man auf die Idee, in den Weihnachtsferien in so eine Region zu fahren, wo so viel Leid ist? Gerade deswegen! Gott hat uns gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen und die zerbrochenen Herzen zu verbinden. Kurz: Hoffnung zu bringen!

Und wie habt ihr das gemacht? Ganz unterschiedlich. Mit dem Theaterstück „Die gelbe Tüte“, das motoviert auf das Gute zu schauen und positive Erinnerungen in einer „Tüte“ zu bewahren. Mit Bewegungsliedern, die jeder Ranger kennt; Mit Spielen und persönlichen Gesprächen; Mit Gebeten, Andachten und natürlich den Geschenken. Je nachdem, ob Flüchtlinge, Veteranen, alte Menschen oder Kinder mitmachten.

Wie haben die Menschen darauf reagiert? Die Kinder bekamen tatsächlich „strahlende Augen“ – aber nicht nur als wir die Päckchen übergaben.

Manche Omis überschütteten uns förmlich mit Gebeten, Segen und Dankbarkeit bevor sie selbst ihre Lebensmitteltüte annahmen.

Und die Soldaten? Das war für die meisten Ride-Teilnehmer die bewegendste Begegnung. Manche schenkten uns die Patches von ihren Uniformen, andere ihre Militärkappe, unterschrieben auf unseren Ride-Liederheften, bedankten sich unter Tränen, dass wir an sie denken, für sie beten. Manche konnten es nicht fassen, als wir erzählten, dass wir in unseren Gemeinden für sie beten, ihr Leid als unser Leid empfinden, weil wir Geschwister im Herrn sind. Einige dieser harten Männer begannen zu weinen, weil sie damit überhaupt nicht gerechnet hatten, hörten nicht mehr auf, sich dafür zu bedanken. Ja, Glaube verbindet auch über Sprachgrenzen hinweg.

Wie ging es denn den Teilnehmern? Man konnte spüren, wie sehr Jesus vielen Ukrainern Kraft schenkt, wie sie trotz des großen Leids und der Not Lebensfreude und Herzlichkeit ausstrahlen. Wir haben erlebt, dass Gott keinen Unterschied zwischen gebrochenen Soldat, einsamen Omis, armen Kindern zwischen Menschen unterschiedlichster Herkünfte oder Situationen macht.
Mich hat das zum Nachdenken über mein eigenes Leben gebracht und mir bewusst gemacht, wie gut wir es hier in Deutschland haben. Es ist fast surreal, dass uns gerade einmal 1000 Kilometer von den Menschen trennen, die oft nicht wissen, wie es morgen weitergeht, wann sie wieder im Bunker sitzen müssen, wann der nächste Stromausfall kommt wie lange er dauern wird.

Aber wir hatten auch Zeit für gute Gemeinschaft, tiefe Gespräche, Spiele und leckere Pizza. Die Gemeinschaft war von großer Offenheit und bereichernden Gesprächen geprägt. So entstand ein starkes Miteinander, indem jeder gefordert und gefördert aber eben zu nichts gezwungen wurde.

Dann ist so ein Ride Training in den 4 Wachstumsbereichen? Oh ja! Tüten packen und schleppen, die ganzen Kinderpäckchen. 450 Lebensmitteltüten á 12kg und 600 Kinderpäckchen… Da wächst man körperlich 😊. Sprachenlernen, ukrainische Lieder lernen – ist definitiv ein Training für den Kopf und die Ermutigungen, Andachten, Gebete… auch kurze prophetische Worte – da waren wir mitten im geistlichen Trainingslager. Als Gemeinschaft sind wir von „wir kennen uns gar nicht“ zu „starkes Miteinander“ gewachsen – das verbuche ich unter gesellschaftlich wachsen!

Stichwort Stromausfall und Luftalarm. Wie oft habt ihr das erlebt? Unsere Gebetsarmee hat uns den Rücken komplett freigehalten! Wir wurden weder durch Grenzschikanen noch durch Krankheit noch durch den Krieg ausgebremst. Es gab ganz am Anfang einen Luftalarm. Da waren wir alle schon in unserer Base – zum Schlafen! Dann war keiner mehr. Stromausfall gab es in anderen Stadtvierteln – aber nie dort, wo wir gerade waren. Gott kümmert sich um seine Truppen.

Was ist euch wichtig geworden? Den Menschen zu sagen, dass wir weiter an sie denken, für sie beten, dass

sie geliebt sind, nicht allein sind, Gott bei ihnen ist. Ich möchte jedem Leser und allen Ukrainern Mut machen, sich von Gott herausfordern zu lassen und in der Gewissheit zu leben, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen – auch wenn wir es im Moment noch nicht sehen können. Auch die tiefe Verbundenheit, die viele spürten, die zu weiterem Gebet anregt, ist ein wichtiger Aspekt. Nach einem Song-Battle rief bei der Frage, wer denn nun gewonnen habe ein Soldat „die Freundschaft“. Wenn wir das vermitteln konnten, und daran auch festhalten, haben wir tatsächlich Hoffnung und nicht nur ein Päckchen gebracht. 😊

An vielen anderen Stellen wurde das ebenso deutlich: durch Herzenswärme, Menschlichkeit, Herzlichkeit, viele Umarmungen, Zuhören (auch wenn wir nicht alles verstehen konnten) und Nähe konnten wir Hoffnung bringen oder säen – die „strahlende Augen“-Päckchen und unsere Lebensmitteltüten gehören natürlich auch noch dazu!

Gab es besondere Erlebnisse? Ja, da wären 3 herauszugreifen:

1. Natalija: Gott gab ihr 2014 eine Prophetie, also ganz kurz bevor der allererste Angriff auf ihre alte Heimat bei Donezk stattfand. Gott zeigte ihr, was passieren wird und dass sie nach Mukatschewo gehen soll. Obwohl sie alle auslachten, war sie Gott gehorsam, verkaufte alles und ging. Danach wurde das Haus zerbombt! In Mukatschewo gingen die Wunder weiter, denn heute versorgt sie auf oft übernatürliche Weise neu ankommende Flüchtlinge mit Wohnraum und dem Nötigsten.

2. Sergej, 20: Sein musikalisches Talent bewahrte ihn vor der Front. Er spielt im Militärorchester, hat immer ein Lächeln im Gesicht, ist besonders lebensfroh, obwohl er eine bewegende, bemerkenswerte Geschichte hinter sich hat.

3. Sergej, Soldat: Sein zerbrochenes Herz war ihm an den leeren Augen und seiner Körperhaltung sofort abzulesen. Von seiner Einheit (15 Soldaten) leben nur noch drei. Doch zwei hätten den Verstand verloren. Er sei auch Veteran. In einer lebensbedrohlichen Situation erinnerte Gott ihn wieder an ein Traktat, dass ihm vor seinem Einsatz einer unserer Partner aus der Ukraine geschenkt hatte. In dieser extremen Not begann zunächst er und dann auch seine Kameraden zu beten und übergaben Gott ihr leben. Dieses Traktat verbreitete sich an der Front und vermittelte vielen Soldaten Hoffnung in ihrer tiefsten Not. Sergej sagte, wir sollten keinem glauben, der sagt, er habe keine Angst. Im Schützengraben hätte jeder, wirklich jeder, Angst!

Oh man, das klingt echt krass! Was wollt ihr uns noch mitgeben? Lasst uns im Gebet aufstehen und mit unseren Geschwistern in der Ukraine bitten, dass dieser Krieg bald gemäß Gottes Plan endet. Dass Gott erbarmen hat mit der Ukraine und mit Russland. Dass ER die Wunden an Körper, Geist und Seele heilt. Möge ER für die Vater sein, die jetzt ohne Vater sind und den Verlust der Angehörigen erträglich machen. Möge Gott all die Trösten, die wegen Vertreibung, Okkupation und Verschleppung und Gefangennahme von Angehörigen trauern und vor Gott eintreten, dass sie bald Gewissheit bekommen, wie es ihren Liebsten geht. Lasst uns beten, dass Gott zeigt, wo Umkehr und Buße notwendig ist, damit wirklich Frieden und Segen zurückkehren können. Lasst uns beten, für all die Menschen, die wie lebendig tot wirken, wie eingefroren, vor lauter Schock, Leid und Kummer und Traumatisierung, dass sie den Trost Gottes spüren können und es Menschen gibt, die bis zu ihren Herzen durchdringen können, damit sie ihre Kinder wieder wahrnehmen können. Amen! (MW)

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